Eine hilfreiche Delegation endet mit einem Ergebnis, das du beurteilen kannst. Wenn du einer KI nur „Mach das mal“ mitgibst, musst du später oft Ziel, Annahmen und offene Fragen rekonstruieren. Ein kurzer Auftrag und eine saubere Übergabe sparen diese Sucharbeit.
Wähle eine abgegrenzte Aufgabe
Starte mit einer Vorbereitung, deren Qualität du selbst einschätzen kannst: Notizen strukturieren, einen Textentwurf erstellen oder vorgegebene Angebote anhand klarer Kriterien vergleichen. Trenne dabei die Vorbereitung von der Ausführung. Einen Newsletter zu entwerfen ist eine andere Aufgabe, als ihn an deine Kontakte zu senden.
Ein Auftrag besteht aus fünf Teilen
- Ergebnis: Was soll am Ende vorliegen? Zum Beispiel ein Newsletter-Entwurf mit Betreff und kurzem Haupttext.
- Material: Welche Fakten, Links und Beispiele darf die KI verwenden?
- Grenzen: Was darf sie nicht ergänzen oder auslösen? Etwa keine erfundenen Preise und kein Versand.
- Prüfkriterien: Woran misst du den Entwurf? Nenne Zielgruppe, Umfang und unverzichtbare Angaben.
- Übergabe: Wie sollen Ergebnis, Unsicherheiten und nächste Entscheidung präsentiert werden?
Beispiel: Eine Einladung vorbereiten
Du planst einen offenen Kreativabend. Ort und Datum stehen fest, die Uhrzeit noch nicht. Lass einen Entwurf schreiben und die Uhrzeit als offene Frage markieren. Ein plausibel eingesetztes „18 Uhr“ wäre keine hilfreiche Abkürzung. Bitte außerdem um zwei Betreffvarianten und eine Liste der noch fehlenden Angaben.
Aufgabe: Entwirf die Einladung zum Kreativabend. Zielgruppe: Menschen ohne Vorerfahrung. Nutze nur die beigefügten Veranstaltungsdaten. Ergebnis: Betreff + Text mit höchstens 150 Wörtern. Fehlende Fakten: als offene Fragen markieren. Nicht ausführen: veröffentlichen oder versenden. Übergabe: Entwurf, Annahmen, nötige Entscheidung.
Freigabe bedeutet eine konkrete Entscheidung
„Passt schon“ lässt offen, welche Version du meinst. Notiere stattdessen: „Version 2 ist inhaltlich freigegeben; der Termin muss noch bestätigt werden.“ Ein Text kann sprachlich fertig sein und sachlich trotzdem auf eine Antwort warten. Speichere die freigegebene Fassung zusammen mit der Entscheidung.
Vereinbare auch einen Stopp-Punkt: Wenn die KI auf widersprüchliche Angaben stößt, soll sie die Abweichung zeigen. Bei einer unklaren Kleinigkeit reicht oft eine kenntlich gemachte Annahme im Entwurf. Ob sie genügt, entscheidest du anhand der Folgen.
So sieht eine gute Übergabe aus
Halte vier Dinge beisammen: den aktuellen Entwurf, die wichtigsten Quellen, noch offene Punkte und eine konkrete Bitte um Entscheidung. „Bitte prüfe Datum und Kosten“ lässt sich gezielter beantworten als „Feedback?“. Nach deiner Rückmeldung muss klar sein, wer welchen Schritt übernimmt.
Was, wenn der Entwurf nicht passt?
Beschreibe die Abweichung: „Die Einladung klingt zu förmlich; schreibe direkt mit du und streiche Fachbegriffe.“ Ändere nicht gleichzeitig Ziel, Ton und Format, wenn du erkennen möchtest, welche Korrektur hilft. Behalte nützliche Vorgaben für den nächsten Auftrag.
Illustration: mit KI für bruda erstellt.


